Homophobie - Spiegel der eigenen Ängste

Homophobie – soziale gegen Lesben und Schwule gerichtete Ablehnung.

Ich denke, dass fast jeder homosexuelle Mensch schon ein oder mehrere Male ein verletzendes Wort, eine ablehnende Haltung, ein abschätzender Blick oder ein Spruch unter der Gürtellinie erhalten hat. Dies kann sehr verletzend sein, verunsichern und an sich selbst zweifeln lassen – bin ich gut wie ich bin? Bin ich komisch? Vielleicht zeigen wir dadurch unsere Gefühle nicht mehr offen und verschliessen uns in der Öffentlichkeit. Es fällt uns dann schwierig, authentisch zu sein, frei zu leben wer wir sind und was wir fühlen.

 

Warum haben denn Menschen eine Homophobie? Wenn wir davon ausgehen, dass alle Themen mit sich selbst zu tun haben, dann können wir ja auch davon ausgehen, dass bei Homophobie ein eigenes Problem / Blockade / Thema dahinter stecken könnte. Hast Du selbst einen lesbischen oder schwulen Anteil, den Du dir nicht erlaubst zu leben? Lehnst Du vielleicht deine eigenen Sehnsüchte ab? Getraust Du dich nicht zu Dir selbst zu stehen, weil dein Umfeld dies ablehnt? Lehnst Du deine weibliche oder männliche Seite ab? Hast Du etwas erlebt, dass Dich geprägt hat und lebst jetzt das Gegenteil davon?

Welche Ängste spiegeln wir diesen Menschen? Und wenn sie ihre Gefühle unterdrücken, müssen sie ja solche angreifen, die das leben. Ich persönlich finde es sehr hilfreich dies zu verstehen, um Angriffe, Ablehnung oder Unverständnis nicht persönlich zu nehmen. Auch wenn es im ersten Moment verletzend sein kann.

 

Anderseits können wir uns auch fragen, was wir vielleicht noch für unbewusste Aggressionen, Ängste und Selbstzweifel in uns haben. Und je mehr wir uns selbst gegenüber liebevoll sind und selbstbewusst zu uns stehen, fühlen dass wir gut sind, genauso wie wir sind, betreffen uns homophobe Menschen und abwärtende Aussagen nicht mehr. Liebe ist Liebe – und je mehr wir dies vorleben und fühlen, dass wir dazu stehen dürfen, dass wir sind wie wir sind, wird sich auch die Homophobie verändern – es gibt dann keine Angriffsmöglichkeit mehr.

 

Also, freuen wir uns an unserem Dasein, unseren Gefühlen und lieben uns, so wie wir sind.

 

Herzlichst

 

Doris

 

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